Broken Link

14. April 2026 von Philipp Nessmann

Wie entstehen Broken Links?

Selten entsteht ein Broken Link durch einen einzelnen Fehler, sondern durch eine Kombination aus technischen Veränderungen, redaktionellen Versäumnissen und externen Faktoren, die sich über Zeit summieren. Betreiber einer Website kennen das Problem: Seiten werden umbenannt, Inhalte gelöscht oder Strukturen umgebaut, ohne dass bestehende Verlinkungen entsprechend angepasst werden. Besonders nach einem SEO Relaunch häufen sich tote Links, weil sich URL-Strukturen grundlegend verändern und alte Pfade ins Leere laufen. Dazu kommen externe Links auf Ihrer Website, die Sie nicht kontrollieren können: Verlinkte Drittseiten verschwinden, ändern ihre Struktur oder stellen den Betrieb ein. Das Ergebnis sind Redirect Chains oder direkte 404-Fehler, die Nutzer und Crawler gleichermaßen blockieren. Kennt man die häufigsten Ursachen, lässt sich gezielt dagegen vorgehen.

Tippfehler in der URL

Bereits ein einzelnes falsch gesetztes Zeichen in einer URL führt dazu, dass der Browser die Zielseite nicht findet. Solche Fehler schleichen sich besonders bei manuell eingepflegten Links ein und fallen oft erst auf, wenn Nutzer die betroffene Seite aufrufen und eine Fehlermeldung erhalten. Regelmäßige Prüfungen helfen, diese stillen Fehler frühzeitig zu entdecken und zu beheben.

Gelöschte oder verschobene Inhalte

Wird eine Seite ohne Weiterleitung entfernt oder unter einer neuen Adresse veröffentlicht, verlieren alle bestehenden Links auf diese Seite ihre Funktion. Das betrifft interne wie externe Verlinkungen gleichermaßen, denn beide Seiten des Links haben keine Kenntnis voneinander. Inhalte, die gelöscht oder verschoben werden, ziehen immer eine Prüfung nach sich: Welche anderen Seiten verweisen auf die betroffene URL, und sind entsprechende Weiterleitungen eingerichtet?

Geänderte URL-Strukturen

Relaunch-Projekte, CMS-Wechsel oder die Einführung neuer Kategorien verändern häufig die gesamte URL-Architektur einer Website. Bleiben alte Pfade ohne Weiterleitung bestehen, entstehen massenhaft tote Links auf einen Schlag. Gerade bei größeren Projekten lohnt es sich, vor dem Launch eine vollständige Weiterleitungsmatrix zu erstellen, um keinen bestehenden Link zu verlieren.

Abgelaufene Domains externer Ziele

Verlinkte externe Seiten können ihren Betrieb einstellen, die Domain wechseln oder Inhalte dauerhaft entfernen. Auf solche Veränderungen hat der verlinkende Websitebetreiber keinen Einfluss, was externe Links zu einer permanenten Wartungsaufgabe macht. Trotzdem sollten auch ausgehende Links regelmäßig geprüft werden, denn tote externe Verlinkungen schaden der Nutzererfahrung genauso wie interne.

Tote Links und ihre Auswirkungen auf Ihr SEO

Für das Ranking einer Website sind tote Links kein isoliertes technisches Problem, sondern greifen direkt in die Bewertungslogik von Suchmaschinen ein. Googlebot und andere Crawler folgen den Verlinkungen einer Website, um Inhalte zu entdecken und zu indexieren. Stößt ein Crawler dabei auf eine nicht erreichbare Seite, verliert er Zeit und Ressourcen, die an anderer Stelle fehlen. Das wirkt sich unmittelbar auf das Crawl Budget aus, also auf die Anzahl der Seiten, die Google in einem bestimmten Zeitraum bereit ist zu crawlen. Gleichzeitig unterbricht jeder tote Link den Linkjuice-Fluss, der über funktionierende Verlinkungen von Seite zu Seite weitergegeben wird. Präzises Gegensteuern setzt voraus, die Ebenen zu kennen, auf denen tote Links konkret schaden.

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Verschwendetes Crawl Budget

Ruft ein Crawler eine URL auf und erhält eine 404-Antwort, hat er Crawl Budget verbraucht, ohne verwertbare Informationen zu gewinnen. Bei großen Websites mit vielen toten Links summiert sich dieser Verlust erheblich und kann dazu führen, dass neu erstellte oder aktualisierte Inhalte seltener oder gar nicht gecrawlt werden.

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Verlust von Link Popularity

Jeder Link, der auf eine nicht existierende Seite zeigt, überträgt keine Link Popularity mehr an die Zielseite. Das gilt für interne wie externe Verlinkungen, und in beiden Fällen geht Linkjuice verloren, der eigentlich anderen Seiten zugutekommen könnte. Gerade bei Offpage SEO ist dieser Verlust schmerzhaft, weil externe Backlinks mühsam aufgebaut werden und ihr Wert durch tote Zielseiten vollständig verpufft.

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Schlechtere Nutzersignale

Landet ein Besucher auf einer Fehlerseite, verlässt er die Website in der Regel sofort. Solche Abbrüche verschlechtern die Nutzersignale, die Suchmaschinen als indirekten Qualitätsindikator auswerten. Häufen sich diese Signale, kann das langfristig die Sichtbarkeit der gesamten Domain beeinflussen.

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Vertrauensverlust bei Nutzern

Gepflegte Websites kommunizieren Verlässlichkeit, und fehlende oder fehlerhafte Links unterlaufen genau diesen Eindruck. Nutzer, die mehrfach auf Fehlerseiten stoßen, kehren seltener zurück und empfehlen die Seite mit geringerer Wahrscheinlichkeit weiter. Dieser Vertrauensverlust lässt sich durch regelmäßige Wartung zuverlässig verhindern.

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Indexierungsprobleme bei verlinkten Seiten

Seiten, die ausschließlich über tote Links erreichbar sind, werden von Crawlern unter Umständen gar nicht mehr gefunden und aus dem Index entfernt. Betroffen sind vor allem Unterseiten, die keine anderen eingehenden Verlinkungen haben und damit vollständig von der Crawler-Navigation abhängen. Fehlt die funktionierende Verlinkung, verschwindet die Seite langfristig aus den Suchergebnissen.

Wie finde ich Broken Links?

Systematisch aufgespürte tote Links gehören zu den Grundaufgaben jeder Website-Pflege, denn technisches SEO bildet die Grundlage dafür, dass Crawler eine Website vollständig erfassen können. Nicht nur interne Links, die auf gelöschte Unterseiten zeigen, sind dabei das Problem, sondern auch ausgehende Verlinkungen zu externen Seiten, die ihren Betrieb eingestellt haben. Vollständige Transparenz liefert nur eine strukturierte Prüfung, die sowohl die eigene Seitenstruktur als auch alle ausgehenden Verbindungen erfasst. Nach einem SEO Audit kennen viele das Prinzip bereits: Crawler durchleuchten die gesamte Website und protokollieren jeden Statuscode, den sie dabei antreffen. Kleinere Websites kommen oft mit einer manuellen Prüfung kombiniert mit einem einfachen Tool aus, während größere Projekte spezialisierte Software benötigen. Die folgende Auswahl zeigt bewährte Tools, mit denen sich tote Links zuverlässig aufspüren lassen.

organische Suche

Screaming Frog SEO Spider

Screaming Frog gehört zu den meistgenutzten Crawling-Tools im SEO-Bereich und durchsucht eine Website vollständig nach internen wie externen Broken Links. Alle URLs mit 4xx- und 5xx-Statuscodes lassen sich nach dem Crawl gefiltert ausgeben, was eine gezielte Abarbeitung ermöglicht. Mit der kostenlosen Version lassen sich bis zu 500 URLs crawlen, für größere Projekte ist eine kostenpflichtige Lizenz notwendig.

Frage und Antwort Icon

Google Search Console

Die Google Search Console meldet unter dem Bericht „Seiten” alle URLs, die Google beim Crawlen mit einem Fehler angetroffen hat. Unverzichtbar macht dieses Tool der direkte Einblick in die Crawling-Perspektive von Google, weil es zeigt, welche toten Links tatsächlich von der Suchmaschine entdeckt wurden. Zusätzlich lässt sich die Sitemap dort einreichen, um den Crawling-Prozess gezielt zu steuern.

SEO Agentur Deutschland

Ahrefs Site Audit

Ahrefs bietet mit seinem Site Audit eine umfassende Crawling-Funktion, die neben Broken Links auch weitere technische Fehler wie Weiterleitungsketten oder fehlende Meta-Tags aufdeckt. Gruppiert nach Fehlertyp und Priorität lassen sich die Ergebnisse auch in größeren Projekten strukturiert abarbeiten. Praktisch ist zudem die Möglichkeit, eingehende Links von externen Domains auf tote Zielseiten zu überprüfen.

Graph wachsender Traffic

Semrush Site Audit

Semrush analysiert im Rahmen seines Site Audits alle internen Verlinkungen und meldet Broken Links mit konkreten Quellinformationen. Jede fehlerhafte URL wird mit den verlinkenden Quellseiten ausgegeben, was die Korrektur direkt im CMS beschleunigt. Durch seine intuitive Oberfläche eignet sich das Tool auch für Teams, die nicht ausschließlich technisch arbeiten.

Zielgruppenfokussierung

W3C Link Checker

Der W3C Link Checker prüft einzelne Seiten oder ganze Websites kostenlos auf tote Links und gibt dabei auch Hinweise auf Weiterleitungen und Serverfehler. Browserbasiert und ohne Installation liefert das Tool schnelle Ergebnisse für kleinere Websites oder einzelne Seitenabschnitte. Bei der vollständigen Analyse größerer Domains stößt es jedoch an seine Grenzen.

Deutschlandweit aktiv

Sitebulb

Sitebulb ist ein visueller Crawler, der Broken Links übersichtlich aufbereitet und dabei auch den Kontext der fehlerhaften Verlinkung anzeigt. Grafische Darstellungen der Seitenstruktur helfen, Problemstellen schnell zu lokalisieren und Prioritäten bei der Behebung zu setzen. Agenturen und SEO Freelancer, die mehrere Websites betreuen, profitieren von der strukturierten Arbeitsumgebung, die Sitebulb dafür bietet.

Individuelle 404-Seite und ihre Vor- und Nachteile

Stößt ein Nutzer auf eine nicht erreichbare Seite, entscheidet die Qualität der 404-Seite darüber, ob er die Website verlässt oder doch noch findet, was er sucht. Viele Websitebetreiber unterschätzen diesen Moment, obwohl er eine der wenigen Gelegenheiten darstellt, ein negatives Nutzererlebnis aktiv abzufedern. Individuell gestaltete 404-Seiten helfen dabei, die Absprungrate zu senken, indem Besucher gezielt zu relevanten Inhalten weitergeleitet werden. Zusätzlich spielt die Suchintention eine Rolle, denn passende Alternativen lassen sich nur anbieten, wenn klar ist, warum jemand auf der Fehlerseite gelandet ist. Die nachstehende Gegenüberstellung zeigt, wo eine individuelle 404-Seite ihren Wert entfaltet und wo ihre Grenzen liegen.

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Vorteile:

  • ✔ Nutzer bleiben länger auf der Website
  • ✔ Geringere Absprungrate
  • ✔ Wahrt die Markenkonsistenz auch im Fehlerfall
  • ✔ Stärkt das Vertrauen trotz Fehler
  • ✔ Suchfunktion integrierbar
  • ✔ Kontakt & Feedback einbindbar

Nachteile

  • ✘ Aufwand für Gestaltung und Pflege
  • ✘ Kein Ersatz für die eigentlich gesuchte Seite
  • ✘ Falsches Sicherheitsgefühl möglich
  • ✘ Fehlerhafte Implementierung möglich
  • ✘ Ohne gute UX verpufft der Effekt
  • ✘ Höherer Entwicklungsaufwand
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Broken Links vermeiden und langfristig sauber bleiben

Präventive Maßnahmen gegen tote Links erfordern keine aufwendigen Prozesse, sondern vor allem Konsequenz bei wenigen zentralen Gewohnheiten. Jede Änderung an der URL-Struktur, jede gelöschte Seite und jeder externe Link, der ohne Prüfung gesetzt wird, ist ein potenzieller SEO Fehler, der sich später rächt. Weiterleitungen konsequent zu pflegen und bei jedem Relaunch eine vollständige Weiterleitungsmatrix zu erstellen, verhindert die häufigsten Ursachen von vornherein.

Dabei hilft auch der Canonical Tag, denn korrekt eingesetzte Canonical Tags signalisieren Suchmaschinen, welche Version einer URL die maßgebliche ist, und verhindern so Verwirrung bei Dopplungen oder Umstrukturierungen. Crawls in festen Intervallen stellen sicher, dass neu entstandene tote Links frühzeitig entdeckt werden, bevor sie sich auf Rankings auswirken.

Ausgehende Links verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sie sich ohne eigenes Zutun verändern können. Drittseiten verschwinden, werden umgebaut oder wechseln ihre Domain, ohne dass eine Benachrichtigung erfolgt. Praktisch ist in solchen Fällen die Wayback Machine, die archivierte Versionen nicht mehr erreichbarer Seiten zugänglich macht und so hilft einzuschätzen, ob ein toter externer Link durch eine alternative Quelle ersetzt werden kann. Quartalsweise Prüfungen aller ausgehenden Links reichen für die meisten Websites aus, um die Linkqualität auf einem konstant hohen Niveau zu halten.

Auf die Qualität kommt es an

Broken Linkbuilding als Chance für den Linkaufbau

In der täglichen Arbeit als SEO Berater begegnet uns immer wieder dasselbe Bild: Websites mit einer beachtlichen Anzahl externer Links, die ins Leere führen. Webmaster merken oft jahrelang nicht, dass wertvolle Verlinkungen auf längst gelöschte oder umgezogene Seiten zeigen, weil niemand die ausgehenden Links systematisch prüft. Genau hier setzt Broken Linkbuilding an, eine Methode, die aus dem Problem anderer eine Linkaufbau-Chance macht. Statt mühsam neue Verlinkungen von Grund auf zu akquirieren, wird gezielt nach Websites gesucht, die tote externe Links enthalten, und den betroffenen Webmastern eine passende Alternative angeboten. Diese Vorgehensweise funktioniert, weil sie beiden Seiten nützt: Der Webmaster behebt ein technisches Problem, und die eigene Website gewinnt einen hochwertigen Backlink.

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01Schritt

Zielseiten mit toten Links identifizieren

Ausgangspunkt ist die Suche nach Websites in der eigenen Branche oder Nische, die tote externe Links enthalten. Tools wie Screaming Frog oder Ahrefs crawlen fremde Domains und listen alle ausgehenden Links mit 404-Status auf. Je thematisch näher die gefundene Website an den eigenen Inhalten liegt, desto höher ist die Relevanz eines potenziellen Backlinks.

02Schritt

Passenden Ersatzinhalt prüfen oder erstellen

Steht fest, auf welche Seite der tote Link ursprünglich zeigte, gilt es zu prüfen, ob eigene Inhalte als gleichwertiger Ersatz infrage kommen. Fehlt ein passender Inhalt, lohnt es sich, einen gezielt zu erstellen, denn gut aufgebaute Linkable Assets erhöhen die Erfolgsquote bei der Kontaktaufnahme erheblich. Der Ersatzinhalt sollte thematisch so nah wie möglich am Original liegen, um den Webmaster zu überzeugen.

03Schritt

Webmaster kontaktieren

Die Kontaktaufnahme sollte knapp, konkret und hilfreich formuliert sein. Sinnvoll ist es, den betroffenen Link direkt zu benennen, den 404-Fehler zu erklären und die eigene Seite als passende Alternative vorzuschlagen. Fragwürdige Methoden beim Linkaufbau, etwa der Kauf von Backlinks, lassen sich durch diesen Ansatz ersetzen, der gleichzeitig echten Mehrwert für den Webmaster schafft.

04Schritt

Nachfassen und Erfolg dokumentieren

Antwortet der Webmaster nicht, ist ein einmaliges Nachfassen nach einigen Tagen legitim und in vielen Fällen erfolgreich. Alle kontaktierten Websites, gesendeten Nachrichten und erhaltenen Backlinks sollten in einer einfachen Tabelle festgehalten werden. Durch die systematische Dokumentation lassen sich Muster erkennen, die künftige Kampagnen gezielter und erfolgreicher machen.

FAQs zum Broken Link

Philipp Nessmann
Philipp Nessmann

Seit über 20 Jahren im SEO aktiv – mit technischem Tiefgang, Unternehmergeist und dem Blick fürs Wesentliche. Ich habe über 1100 Kunden betreut und erfolgreiche Firmen wie Contentbär, Jurawelt und trauringspezialisten.de aufgebaut.

Wir bewegen uns genau am digitalen Zeitgeist – und sorgen dafür, dass unsere Kunden nicht nur bei Google, sondern auch in KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini & Co. ganz oben auftauchen.

Referenzen

Contentbär Blog

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