Pagerank

18. Dezember 2025 von Philipp Nessmann

Zuletzt aktualisiert:

In Kürze

  • Kernsystem der Google-SucheLaut Googles Leitfaden zu den Ranking-Systemen gehört PageRank bis heute zu den Kernsystemen der Google-Suche. Seit dem Start 1998 hat sich die Funktionsweise stark verändert.
  • Gleichmäßige AufteilungIn der Originalformel teilen ausgehende Links den weitergegebenen Wert einer Seite gleichmäßig auf. Bei 10 ausgehenden Links erhält jedes Ziel ein Zehntel davon.
  • Dämpfungsfaktor 0,85Der Dämpfungsfaktor der ursprünglichen Formel beträgt 0,85. Mit 85 Prozent Wahrscheinlichkeit folgt ein Besucher einem Link.
  • Tool-Metriken kein RankingfaktorDomain Authority, Domain Rating und Trust Flow sind Schätzwerte von Tool-Anbietern, kein Rankingfaktor von Google. Öffentlich zeigt Google den PageRank seit 2016 nicht mehr an.

Historische Entwicklung und Meilensteine

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Pagerank Timeline
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1996

Larry Page und Sergey Brin entwickelten an der Stanford University das Projekt “BackRub“. Die Software analysierte Backlinks und deren Bedeutung für Websites. Die beiden Doktoranden erkannten, dass die Verlinkungsstruktur des Internets wertvolle Informationen über die Qualität von Webseiten liefert. BackRub crawlte systematisch das Web und bewertete Seiten anhand ihrer eingehenden Links.

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1998

Google Inc. wurde gegründet. Das Patent für das Verfahren (US-Patent 6.285.999) wurde im Januar 1998 für die Stanford University angemeldet und im September 2001 erteilt. Die Methode bildete das Fundament der neuen Suchmaschine und unterschied sich radikal von Konkurrenten wie AltaVista oder Yahoo, die primär auf Keyworddichte setzten. Page und Brin starteten ihre Suchmaschine zunächst in einer Garage in Menlo Park. Die Finanzierung kam von Angel-Investoren, die das Potenzial der Link-Analyse erkannten. Google lieferte bereits in den ersten Monaten relevantere Suchergebnisse als etablierte Anbieter.

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2000

Google veröffentlichte die Toolbar mit öffentlicher Anzeige des Scores. Website-Betreiber konnten erstmals die Bewertung ihrer Seiten direkt ablesen. Dies führte zu einem regelrechten Hype um den Wert und machte ihn zum wichtigsten KPI im Suchmaschinenmarketing. Die grüne Balkenanzeige in der Toolbar wurde zum Symbol für Online-Erfolg. Unternehmen verglichen ihre Werte mit Wettbewerbern und optimierten gezielt ihre Linkprofile. Der Score beeinflusste sogar den Verkaufspreis von Websites.

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2013

Matt Cutts, damals Leiter des Webspam-Teams, kündigte das Ende der öffentlichen Updates an. Das letzte Update erfolgte im Dezember 2013. Google begründete den Schritt damit, dass Website-Betreiber sich zu stark auf diese eine Kennzahl fokussierten. Die Manipulation hatte ein Ausmaß erreicht, das die Aussagekraft des öffentlichen Wertes stark einschränkte. Viele Suchmaschinenoptimierer protestierten gegen die Entscheidung, doch Google blieb bei seiner Linie.

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2016

Google entfernte die PageRank-Anzeige aus der Toolbar. Die öffentliche Einsicht in die Bewertung war nicht mehr möglich. Die Abschaltung markierte das endgültige Ende einer Ära. Google kommunizierte klar, dass andere Faktoren wie die Qualität von Content, Nutzererfahrung und mobile Optimierung längst wichtiger geworden waren. Die SEO-Branche musste sich neu orientieren und alternative Metriken etablieren.

Die Funktionsweise des Pageranks

Die Berechnung basiert auf der Annahme, dass Links Stimmen darstellen. Eine Seite mit vielen eingehenden Links sammelt mehr Stimmen und erhält einen höheren Wert. Die Qualität der verlinkenden Seite spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Verlinkt eine Seite mit hohem Wert auf Ihre Website, gibt sie einen Teil ihres Wertes weiter. Der übertragene Anteil hängt von der Anzahl ausgehender Links ab. Eine Seite mit 10 ausgehenden Links verteilt ihren Wert auf alle 10 Ziele. Je weniger Links eine Seite setzt, desto mehr Gewicht erhält jeder einzelne Link.

Das System funktioniert iterativ. Google berechnet die Werte in mehreren Durchläufen, bis sich die Verteilung stabilisiert. Backlinks von Seiten mit hoher Autorität zählen mehr als Links von schwachen Seiten. Ein einzelner Link von einer renommierten Nachrichtenseite kann mehr bewirken als hundert Links von kleinen Blogs.

Auf die Qualität kommt es an

Die PageRank Formel

Die mathematische Grundlage berechnet den Wert einer Seite aus allen eingehenden Links. Jede verlinkende Seite gibt einen Teil ihres eigenen Wertes weiter, der durch die Anzahl ihrer ausgehenden Links geteilt wird.

Der Dämpfungsfaktor von 0,85 simuliert das Nutzerverhalten: Mit 85% Wahrscheinlichkeit folgt ein Besucher einem Link, mit 15% verlässt er die Linkstruktur und gibt eine neue URL direkt ein.

Die Formel addiert die Beiträge aller verlinkenden Seiten, unabhängig davon, ob es drei oder dreihundert sind. Je höher der Wert einer verlinkenden Seite und je weniger ausgehende Links sie hat, desto mehr Gewicht gibt sie weiter. Die logarithmische Skalierung sorgt dafür, dass höhere Stufen exponentiell schwerer zu erreichen sind.

Pagerank Formel

PageRank-Manipulation und seine Folgen

Die öffentliche Verfügbarkeit des Wertes führte zu massiver SEO Manipulation. Website-Betreiber erkannten schnell: Mehr Backlinks bedeuten einen höheren Score und bessere Rankings.

Typische Manipulationstechniken:

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01 experience-eefahrung

Linkkauf

Websites bezahlten für Links von Seiten mit hohen Werten. Es entstanden ganze Netzwerke, die Links gegen Geld verkauften.

02 expertise-fachwissen

Linkfarmen

Automatisch generierte Seiten verlinkten sich gegenseitig, um künstlich Werte aufzubauen. Hunderte oder tausende Seiten existierten nur zu diesem Zweck.

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Blogkommentar-Spam

Automatisierte Tools posteten massenhaft Kommentare mit Links auf fremden Blogs und Foren.

04 authoritativeness-fachliche

Artikelverzeichnisse

Plattformen boten kostenlosen Content gegen Backlinks. Die Qualität der Inhalte spielte keine Rolle.

Öffentlicher vs. interner PageRank

Google betreibt den Algorithmus auf zwei Ebenen. Die öffentliche Version diente als vereinfachte Darstellung für Website-Betreiber und SEO Berater. Sie zeigte einen groben Wert auf der Skala von 0 bis 10 an, der über die Toolbar abrufbar war. Diese Anzeige wurde nur alle paar Monate aktualisiert und bildete eine stark vereinfachte Momentaufnahme ab.

Die interne Version läuft kontinuierlich im Hintergrund und arbeitet mit deutlich feineren Abstufungen. Google nutzt diese Echtzeitdaten für die tatsächlichen Rankings. Die öffentliche Zahl hatte nur begrenzte Aussagekraft über die echte Bewertung einer Website.

Merkmal Öffentlicher PageRank Interner PageRank
Sichtbarkeit
checkWar über Toolbar einsehbar
Nur Google hat Zugriff
Aktualisierung
checkFrüher alle 3-4 Monate
Kontinuierlich, nahezu in Echtzeit
Skala
check0-10 (logarithmisch)
Vermutlich feinere Abstufungen
Letztes Update
checkDezember 2013
Läuft bis heute
Manipulation
checkStarkes Ziel für Manipulation
Durch hunderte Faktoren geschützt
Bedeutung für Rankings
checkGalt lange als Hauptfaktor.
Nur einer von vielen Faktoren
Genauigkeit
checkGrobe Näherung
Präzise Berechnung

Hat der PageRank heute noch eine Bedeutung für SEO?

Ja, aber die Bedeutung für Suchmaschinenoptimierung ist eine gänzlich veränderte. Google nutzt die Grundprinzipien weiterhin, hat sie aber in ein komplexes Geflecht von Rankingfaktoren integriert.

Die Link-Analyse bleibt ein Bestandteil des Algorithmus. Laut Google gehört PageRank bis heute zu den Kern-Rankingsystemen, Links bleiben damit ein Rankingfaktor. Die Bewertung erfolgt jedoch differenzierter als in der ursprünglichen Formel.

Moderne Entwicklungen:

Google berücksichtigt heute den Kontext von Links. Ein Link aus einem thematisch passenden Artikel zählt mehr als ein Link von einer themenfremden Seite. Die Position des Links im Text, der umgebende Content und die Relevanz des verlinkenden Artikels fließen in die Bewertung ein.
Nutzersignale ergänzen die Link-Analyse. Klickraten, Verweildauer und Absprungraten beeinflussen Rankings stärker als früher. Content-Qualität, technische Performance und mobile Optimierung spielen eine größere Rolle.

Die logarithmische Skalierung existiert nicht mehr in dieser Form. Google arbeitet mit graduellen Abstufungen und berücksichtigt hunderte Faktoren gleichzeitig.

JavaScript SEO

Pagerank vs. moderne Metriken

Die Suchmaschinenoptimierung hat sich seit der Einführung des PageRank grundlegend gewandelt. Heute arbeiten SEO Freelancer mit alternativen Metriken, die ähnliche Prinzipien nutzen, aber kein Rankingfaktor von Google sind.

Dennoch möchten wir uns nachfolgend den PageRank im direkten Vergleich mit der Domain Authority, dem Domain Rating sowie dem Trust Flow ansehen.

Aspekt PageRank Domain Authority Domain Rating Trust Flow
Skala 0-10 (logarithmisch) 1-100 (logarithmisch) 0-100 (logarithmisch) 0-100
Verfügbarkeit Nicht mehr öffentlich Öffentlich einsehbar Öffentlich einsehbar Öffentlich einsehbar
Aktualisierung Echtzeit (intern) Monatlich Wöchentlich Täglich
Datenbasis Kompletter Google-Index Moz Link-Index Ahrefs Crawler-Daten Majestic Crawler
Berechnungsfaktoren Anzahl und Wert eingehender Links Link-Profil-Analyse Backlink-Profil Qualität der Links
Manipulation erkennbar Hochkomplexe Spam-Erkennung Basis-Filter Erweiterte Filter Trust-basierte Filter
Kosten Kostenlos (war öffentlich) ab 49,99 Euro ab 29 US-Dollar ab 49,99 Dollar
Genauigkeit Präzise (Google-intern) Schätzwert Schätzwert Schätzwert
Nutzung für SEO bis heute Teil der Kern-Rankingsysteme Vergleichsmetrik Vergleichsmetrik Vergleichsmetrik
Berücksichtigt Nur Links Primär Links Primär Links Link-Vertrauenswürdigkeit

Die Prinzipien der Verlinkungsanalyse bleiben bestehen. Links funktionieren nach wie vor als Empfehlungen. Die Bewertung erfolgt jedoch in Kombination mit dutzenden anderen Signalen. Eine Seite kann heute auch ohne massenhaft Backlinks gut ranken, wenn Content und Nutzererfahrung überzeugen.

FAQs zum Pagerank

Philipp Nessmann
Philipp Nessmann

Seit über 20 Jahren im SEO aktiv – mit technischem Tiefgang, Unternehmergeist und dem Blick fürs Wesentliche. Ich habe mehr als 1.100 Projekte betreut, Contentbär 2023 übernommen und bin Inhaber von Jurawelt und trauringspezialisten.de.

Wir bewegen uns genau am digitalen Zeitgeist – und sorgen dafür, dass unsere Kunden nicht nur bei Google, sondern auch in KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini & Co. ganz oben auftauchen.

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